THG-Quote (D)

Was ist die THG-Quote und wie funktioniert sie?

Erfahren Sie, wie Unternehmen von der Treibhausgasminderungsquote profitieren und Emissionen reduzieren.

Grundlagen
Hintergrund und Entwicklung
Funktionsweise
Primärmarkt vs. Sekundärmarkt
Einsparziele
Handelsfenster für 2025
Fazit
Auf einen Blick
Grundlagen

Die Treibhausgasquote (THG-Quote) ist eine gesetzliche Vorgabe zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Verkehrssektor. Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, müssen einen bestimmten Anteil ihrer Emissionen durch klimafreundlichere Alternativen ausgleichen. Dies kann durch den Einsatz von Biokraftstoffen, synthetischen Kraftstoffen oder erneuerbarem Strom geschehen.

Die THG-Quote wurde eingeführt, um eine schrittweise Reduktion der Emissionen zu gewährleisten. Statt einer festen Beimischung von Biokraftstoffen müssen Unternehmen nun eine vorgegebene Treibhausgasreduktion erreichen, wodurch klimafreundliche Alternativen gefördert werden.

Weitere Informationen: Umweltbundesamt

Hintergrund und Entwicklung

Die THG-Quote hat ihren Ursprung in der Biokraftstoffquote, die 2007 durch das Bundesimmissionsschutzgesetz eingeführt wurde. Ursprünglich mussten Unternehmen einen Mindestanteil an Biokraftstoffen beimischen, doch seit 2015 liegt der Fokus auf der direkten Minderung von CO₂-Emissionen.

Die gesetzlichen Vorgaben sehen eine schrittweise Erhöhung der THG-Minderung vor. Während die Einsparung anfangs bei 3,5 % lag, soll sie bis zum Jahr 2030 auf 25 % steigen.

Funktionsweise

Mineralölunternehmen müssen eine festgelegte Quote an emissionsarmen Kraftstoffen nachweisen oder entsprechende THG-Zertifikate erwerben.

Verpflichtete Unternehmen: Mineralölunternehmen, Raffinerien, Kraftstoffimporteure und Anbieter alternativer Kraftstoffe.
Erfüllungsoptionen:
      Einsatz von Biokraftstoffen
      Nutzung von strombasierten Kraftstoffen (Power-to-Liquid, Power-to-Gas)
      Anrechnung von Strom für Elektromobilität
      Quotenhandel mit Übererfüllungen anderer Unternehmen
Zuständige Behörde: Die Biokraftstoffquotenstelle beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder) überprüft die Einhaltung der Quotenpflicht.

 
Unternehmen, die ihre Verpflichtung nicht erfüllen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen (z. B. 0,60 € je kg CO₂ ab 2022).
Primärmarkt vs. Sekundärmarkt

Merkmal

Primärmarkt

Sekundärmarkt

Definition

Direkter Kauf von THG-Quoten von der zuständigen Behörde.

Handel mit bereits erworbenen THG-Quoten zwischen Unternehmen oder über Handelsplattformen wie q-bility GmbH.

Käufer

Verpflichtete Unternehmen (Mineralölkonzerne, Kraftstoffanbieter).

Unternehmen, Finanzakteure, Quotenvermittler.

Preisbildung

Reguliert durch gesetzliche Vorgaben.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Handelsort

Direkter Erwerb über die Biokraftstoffquotenstelle.

Über Broker oder spezialisierte Handelsplattformen wie q-bility GmbH.

Zweck

Erfüllung der gesetzlichen Reduktionsverpflichtung.

Flexibilität bei der Quotenanpassung oder dem Verkauf überschüssiger Zertifikate.

Einsparziele

Jahr

THG-Minderungspflicht (%)

2022

7,0 %

2023

8,0 %

2024

9,35 %

2025

10,6 %

2026

12,1 %

2027

14,6 %

2028

17,6 %

2029

21,1 %

2030

25,1 %



Handelsfenster für 2025
Handelszeitraum: Ganzjährig möglich
 
Unternehmen können über Broker, Direktverträge oder Handelsplattformen wie q-bility handeln.
Fazit
Die THG-Quote fördert den Umstieg auf erneuerbare Energien im Verkehr.
 
Die THG-Quote ist ein effektives Mittel zur CO₂-Reduktion im Verkehrssektor.
Der Quotenhandel ermöglicht Flexibilität für Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtung.
Elektrofahrzeuge, Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe spielen eine zentrale Rolle.
Bis 2030 soll die CO₂-Minderung auf 25 % steigen, mit einer zusätzlichen Verpflichtung für Flugturbinenkraftstoffe ab 2026.
Auf einen Blick
Verpflichtet: Mineralölkonzerne, Kraftstoffimporteure
Preisentwicklung: Jährliche Erhöhung bis 2030
Handel: Direkt über die Biokraftstoffquotenstelle, Broker oder Handelsplattformen wie q-bility.
Strafen: 0,60 €/kg CO₂ bei Nichterfüllung

FAQ

Häufig gestellte Fragen zur THG-Quote
Was ist die THG-Quote?
Die THG-Quote ist eine gesetzliche Verpflichtung für Mineralölunternehmen, CO₂-Emissionen im Verkehr zu reduzieren.
Wer ist zur THG-Quote verpflichtet?
Unternehmen, die Otto- und Dieselkraftstoffe in Deutschland in Verkehr bringen, darunter Mineralölunternehmen, Raffinerien und Kraftstoffimporteure.
Wie funktioniert der THG-Quotenhandel?

Unternehmen können nicht genutzte Einsparungen handeln oder überschüssige Quoten verkaufen.

Was passiert, wenn die Quote nicht erfüllt wird?

Es fällt eine Strafzahlung von 0,60 € pro kg CO₂ an.

Was sind fortschrittliche Biokraftstoffe?

Kraftstoffe aus nachhaltigen Quellen wie Reststoffen oder Gülle, die doppelt auf die Quote angerechnet werden.

Welche Kraftstoffe sind anrechenbar?

Biokraftstoffe, synthetische Kraftstoffe, Strom aus erneuerbaren Quellen.

Was ist die Mindestgrenze für die Quotenpflicht?

Unternehmen, die mehr als 5.000 Liter fossile Kraftstoffe pro Jahr verkaufen, sind verpflichtet.

Was passiert mit überschüssigen Quoten?

Sie können auf das nächste Jahr übertragen oder verkauft werden.

Wo wird die THG-Quote reguliert?

Die Überwachung erfolgt durch die Biokraftstoffquotenstelle beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder).

Wie lange gilt die THG-Quote?

Die Verpflichtung besteht mindestens bis 2030, danach mögliche Anpassung durch die EU.